Neues Landesprojekt der KI-Allianz: Mit KI gegen Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel gehört zu den größten Herausforderungen für Baden-Württemberg. Gleichzeitig zeigen zahlreiche Praxisbeispiele im Land: Künstliche Intelligenz kann heute schon spürbar entlasten, befähigen und Fachkräfte sichern. Mit einem neuen Landesprojekt machen wir genau diese Lösungen sichtbar – branchenübergreifend, praxisnah und mit Blick auf echte Wirkung. Wir zeigen, warum das wichtig ist, was geplant ist und welchen Mehrwert das für Unternehmen, Kommunen und Politik bietet.

Offene Stellen bleiben unbesetzt, Wissen geht verloren, Belastungen steigen: In Baden-Württemberg spüren Unternehmen, Kommunen und öffentliche Einrichtungen bereits heute, wie demografische Entwicklungen ganze Branchen unter Druck setzen. Fachkräftemangel ist längst eine reale Herausforderungen im Land. Gleichzeitig steht mit Künstlicher Intelligenz ein Instrument zur Verfügung, das genau hier ansetzen kann – nicht als Ersatz für Menschen, sondern als gezielte Unterstützung.

Genau an diesem Punkt setzen wir als KI-Allianz Baden-Württemberg mit einem neuen Projekt an, das wir gemeinsam mit der Fachkräfteallianz Baden-Württemberg und dem CyberForum umsetzen. Ziel ist es, mithilfe von Video-Einblicken sichtbar zu machen, was bislang oft nur punktuell bekannt ist: KI leistet schon heute einen konkreten Beitrag zur Fachkräftesicherung – quer durch Branchen, Aufgabenprofile und Organisationsformen.

„Wenn wir über Fachkräftesicherung sprechen, dürfen wir nicht nur über Köpfe reden, sondern über Fähigkeiten, Zeit und Wirkung." - Dr. Jan Zipp

Vom Einzelbeispiel zur systematischen Wirkung

So überzeugend viele Praxisbeispiele sind – bislang fehlt ihnen eine Bühne. Zahlreiche Organisationen im Land setzen KI erfolgreich ein, doch ihre Erfahrungen bleiben oft isoliert. Was fehlt, ist eine systematische Sicht auf Wirkmechanismen, Gelingensbedingungen und Übertragbarkeit.

Hier setzt das neue Projekt an. Gemeinsam mit unseren Partnern identifizieren wir zehn bis zwölf konkrete Anwendungsfälle aus Baden-Württemberg, in denen KI bereits heute zur Fachkräftesicherung beiträgt. Diese Beispiele werden filmisch aufbereitet und didaktisch eingeordnet – als ehrliche Einblicke in reale Prozesse, Herausforderungen und Lernerfahrungen.

Für die Videoproduktion ist ab Februar Ina Biesenbach, erfahrene Video-Produzentin und Kreativstrategin aus Stuttgart, mit an Bord. Ihr Fokus liegt darauf, komplexe Inhalte verständlich, authentisch und wirkungsvoll zu erzählen – nah an den Menschen und ihrem Arbeitsalltag.

Der Fokus des Projektes liegt bewusst nicht auf einer einzelnen Branche. Vielmehr bilden wir die gesamte Breite des Arbeitsmarktes in Baden-Württemberg ab. Denn Fachkräftemangel ist kein sektorspezifisches Problem – und KI keine branchenspezifische Lösung.

„Uns geht es nicht darum, Leuchttürme zu feiern. Uns interessiert, was unter welchen Bedingungen funktioniert – und warum. Dieses Wissen hilft Unternehmen, Kommunen und politischen Entscheidungsträger:innen, fundierte Entscheidungen zu treffen“, so Dr. Jan Zipp, bei der KI-Allianz verantwortlich für KI-Strategie & Innovation sowie das Community Management in Tübingen. Er war zudem maßgeblich an der erfolgreichen Ausschreibung für das Projekt verantwortlich.

KI entlang der gesamten Fachkräfte-Kette

Die Diskussion um KI und Arbeit ist häufig von Extremen geprägt. Entweder wird KI als Heilsversprechen oder als Bedrohung wahrgenommen. Die Realität in Baden-Württemberg ist deutlich differenzierter – und wesentlich spannender.

KI-Lösungen kommen heute entlang der gesamten Fachkräfte-Kette zum Einsatz: von der Rekrutierung über die Personalentwicklung bis hin zum konkreten Arbeitsalltag. Sie unterstützen Qualifizierung und Wissensmanagement, entlasten bei Routinetätigkeiten, verbessern die Einsatzplanung, erleichtern die Integration neuer Mitarbeitender oder von Erwerbspersonen mit Handicaps und steigern die Attraktivität von Fachkräfte-Tätigkeiten insgesamt.

In Industrie und Handwerk ebenso wie in Pflege, Verwaltung oder Beratung zeigen sich bereits heute messbare Effekte: zeitliche Entlastung, höhere Qualität, geringere Fehlerquoten – und vor allem mehr Raum für das, was menschliche Arbeit ausmacht.

„Wenn wir über Fachkräftesicherung sprechen, dürfen wir nicht nur über Köpfe reden, sondern über Fähigkeiten, Zeit und Wirkung“, sagt Dr. Jan Zipp und ergänzt: „KI kann hier ein echter Hebel sein – vorausgesetzt, sie wird verantwortungsvoll und bedarfsorientiert eingesetzt.“

KI in der Arbeitswelt: Sie entlastet, qualifiziert und schafft Raum für das Wesentliche

Lernen aus der Praxis für die Praxis

Die filmischen Fallbeispiele sind mehr als reine Best Practices. Durch ihre systematische Erhebung und Auswertung entsteht ein belastbarer Überblick darüber, wo und wie KI in Baden-Württemberg zur Fachkräftesicherung beiträgt und welche Effekte tatsächlich erzielt werden. Gleichzeitig wird sichtbar, welche organisatorischen, technischen und kulturellen Voraussetzungen entscheidend sind, damit KI-Lösungen Wirkung entfalten.

So entsteht eine Wissensgrundlage, die weit über einzelne Organisationen hinausreicht. Unternehmen erhalten Orientierung für eigene KI-Vorhaben, Kommunen können Einsatzszenarien besser bewerten, und politische Akteur:innen gewinnen eine fundierte Basis für arbeitsmarktpolitische Entscheidungen.

„Gerade in der Debatte um die Zukunft der Arbeit brauchen wir mehr Evidenz und weniger Bauchgefühl“, so Dr. Jan Zipp. „Dieses Projekt macht sichtbar, wie KI menschliche Arbeit stärkt – nicht theoretisch, sondern konkret.“

KI nicht um der KI willen

Das Projekt steht exemplarisch für unser Selbstverständnis als KI-Allianz Baden-Württemberg: Wir denken KI nicht um der KI willen, sondern als Antwort auf reale Herausforderungen. Als Wegweiser in einem komplexen Markt. Und als verbindendes Element zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik.

Fachkräftesicherung ist dabei kein isoliertes Ziel, sondern Teil einer größeren Aufgabe: den Wirtschafts- und Lebensstandort Baden-Württemberg zukunftsfähig zu gestalten. Mit Lösungen, die qualitätsgesichert, ethisch fundiert und praxisnah sind.

Die kommenden Monate werden zeigen, welche Geschichten erzählt werden – und welche Wirkung sie entfalten. Klar ist schon jetzt: Die Zukunft der Arbeit entscheidet sich nicht allein auf dem Arbeitsmarkt, sondern dort, wo Technologie, Organisation und Mensch sinnvoll zusammenspielen.

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