KI in der Produktion: vom Usecase zur Umsetzung

Ob Maschinenbau, Medizintechnik oder Automobilzulieferung – die industrielle Produktion ist das Herzstück Baden-Württembergs. Doch wie gelingt der Schritt von digital zu intelligent? Unser Blick in die Praxis zeigt, wie Produktion durch KI neu gedacht wird – und warum der Wandel bereits in vollem Gang ist.

Produktion neu gedacht – was steckt eigentlich dahinter?

Produktion umfasst weit mehr als nur das klassische Bild vom Fließband. Sie steht heute für sämtliche Prozesse rund um die Herstellung von Gütern – von der Planung über Fertigung und Logistik bis hin zur Qualitätssicherung. In einem Bundesland wie Baden-Württemberg mit starker Industrieprägung spielt die Produktion eine zentrale, wirtschaftliche Rolle: Vom Maschinen- und Anlagenbau über die Automobilzulieferung bis hin zu Medizintechnik, Präzisionsfertigung oder Kunststoffverarbeitung – die industrielle Vielfalt ist groß.

Und genau hier liegt das Potenzial: Durch Künstliche Intelligenz können diese Prozesse nicht nur automatisiert, sondern intelligent weiterentwickelt werden – zugänglich, verständlich und praxisnah.

Best Practices: Erfolgreiche Beispiele aus Baden-Württemberg

Balluff: Wie KI klassische Sensortechnik erweitert

Beim Sensorspezialisten Balluff aus Neuhausen auf den Fildern erweitert Künstliche Intelligenz bewährte Sensortechnik um neue Möglichkeiten. Zum Beispiel können Temperaturinformationen direkt aus den Rohsignalen magnetostriktiver Sensoren gewonnen werden – ganz ohne zusätzliche Hardware. Die KI erkennt feine Muster im Signal, die temperaturabhängiges Verhalten widerspiegeln, und nutzt diese für eine präzise Abschätzung. Kunden erhalten dadurch nicht nur tiefere Einblicke in den Zustand des Systems, sondern sind dadurch auch in der Lage kritische Situationen oder potenzielle Überlastungen frühzeitig zu erkennen. Damit integriert Balluff moderne KI-Methoden nahtlos in etablierte Sensortechnologien – für mehr Intelligenz, mehr Transparenz und mehr Sicherheit in industriellen Anwendungen.

STIHL: KI-Kompetenz wird Teil der Unternehmenskultur

STIHL aus Waiblingen zeigt eindrucksvoll, wie KI nicht nur Prozesse verändert, sondern auch Denkweisen. Jens Klöker, Quereinsteiger, Daten‑ und KI‑Enthusiast, entwickelte eine KI‑basierte Anomalieerkennung, die gemeinsam mit den Domänenexperten aus der Produktion eingeführt wurde. Dadurch können Produktionsdaten schneller verstanden, Auffälligkeiten gezielt erkannt und folglich fundierte Entscheidungen getroffen werden. Über die von ihm ins Leben gerufene unternehmensinterne AI @ STIHL Community werden Erfahrungen mit KI sowie KI-spezifisches Wissen aktiv geteilt. So entsteht eine Lernkultur, in der KI entmystifiziert und in Folge als gemeinsames Werkzeug zur Optimierung verstanden wird.

Automatisierte Inspektion bei PVA TePla

Bei PVA TePla in Westhausen kommt Künstliche Intelligenz in vollautomatischen Inspektionssystemen zum Einsatz – etwa zur Prüfung von Wafern und Power-Modulen, die in E-Autos, Windkraftanlagen oder Industrie-4.0-Lösungen genutzt werden. Integrierte KI-Algorithmen ermöglichen eine präzise, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle bis in den Nanometerbereich – etwa zur Erkennung von Ablösungen funktionaler Schichten. Das Ergebnis: schnellere Prozesse, höhere Sicherheit bei stromführenden Bauteilen und ein klarer Beitrag zur Digitalisierung und nachhaltigen Technologieentwicklung.

Einordnung: Von Industrie 4.0 zur lernenden Fabrik

Mit dem Beginn der Digitalisierung und der sogenannten Industrie 4.0 wurden Daten zur treibenden Kraft in der Produktion. Maschinen wurden vernetzt, Prozesse transparent – doch die wahre Transformation beginnt jetzt: Mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz entstehen Produktionssysteme, die vorausschauend handeln, aus Erfahrungen lernen und sich an wechselnde Anforderungen anpassen.

Diese intelligente Produktionsweise bietet insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen neue Chancen: Sie können flexibler auf Marktveränderungen reagieren, Ressourcen effizienter einsetzen und komplexe Abläufe beherrschbar machen. Dabei steht die Technologie nicht im Widerspruch zum Menschen – sie ergänzt seine Fähigkeiten und eröffnet neue Spielräume für Qualität, Nachhaltigkeit und Innovation.

Wo KI in der Produktion besonders stark wirkt

KI-Technologien lassen sich an vielen Stellen der Wertschöpfungskette gezielt einsetzen. Besonders stark wirkt ihr Potenzial in folgenden Anwendungsfeldern:

Jetzt Teil des Netzwerks werden – und den Wandel mitgestalten

Die Praxis zeigt: Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Produktion ist längst keine Zukunftsvision mehr – er ist Realität. Doch gerade für kleine und mittlere Unternehmen bleibt der Zugang zu passenden Lösungen oft unübersichtlich. Die KI-Allianz Baden-Württemberg steht hier als verlässliche Anlaufstelle zur Seite – mit Überblick, Orientierung und einem starken Netzwerk, das Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung gezielt verbindet.

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