Hitzewellen, die sich in den Straßenschluchten stauen. Starkregen, der die Kanalisation überfordert. Flächen, die knapp werden, obwohl der Bedarf wächst: Der Klimawandel ist in der Region Stuttgart längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr, sondern Alltag für Kommunen, Unternehmen und Bürger:innen. Grund genug für eine KI-Challenge unter dem Motto „Green AI – Leben im Klimawandel“.
Gemeinsam mit dem Fraunhofer IOSB und Partnern wie u.a. das Innenministerium BW – Referat Digitalisierungsstrategie, der Verband Region Stuttgart, die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, die Stadt Stuttgart und die Stadt Böblingen brachte das Community Management Region Stuttgart der die KI-Allianz Baden-Württemberg Anwender:innen und KI-Expert:innen zusammen. Nach dem Auftakt am 7. Juli im Literaturhaus Stuttgart arbeiteten die Teilnehmenden am folgenden Tag an konkreten Herausforderungen. Aus vier Themensträngen, die im Vorfeld mit allen Partnern erarbeitet wurden, gingen vier Projektideen hervor.
Das Potenzial für diese Transformation liegt direkt vor Ort – wir müssen es nur nutzen, die richtigen Menschen zusammenbringen und sie befähigen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Community-Management heißt für uns: Brücken bauen. Zwischen Innovation und Anwendung, zwischen Expert:innen und Einsteiger:innen, zwischen Fragen und konkreten Lösungen.
Anna Friederike Steiff, Community Managerin Region Stuttgart, KI-Allianz Baden-Württemberg über die Vernetzung rund um Green AI
Klimaanpassung wird messbar
Wo bringt ein zusätzlicher Baum besonders viel? Wie kann die Bewässerung der städtischen Bäume und Pflanzen gewährleistet werden und welche weitere Maßnahme gegen Hitze ist wirksam und vor Ort überhaupt umsetzbar? Die Projektidee #BaumLuft soll solche Fragen mithilfe einer Software beantworten. Sie würde unter anderem Karten-, Temperatur-, Tiefbau- und Netzdaten verbinden, um die möglichen Auswirkungen geplanter Maßnahmen sichtbar zu machen. So könnten Kommunen Standorte und Szenarien vergleichen, bevor sie investieren.
Nachhaltigkeit als Standortfaktor
Auch Gewerbegebiete müssen sich verändern. Bei ihrer Planung spielen neben der wirtschaftlichen Entwicklung Fragen zu Energie, Wasser, Mobilität, Flächennutzung und Biodiversität eine Rolle. Die Idee N-GE Twin setzt hier an: Ein KI-gestütztes Assistenzsystem soll relevantes Wissen und aktuelle Daten bündeln, bestehende Planungssoftware ergänzen und unterschiedliche Entwicklungsszenarien vergleichbar machen. Das könnte Kommunen und Unternehmen helfen, nachhaltige Gewerbegebiete fundierter zu planen.
Gewerbegebiete müssen wirtschaftlich attraktiv sein und zugleich nachhaltiger werden. Thomas Usländer machte im Gespräch mit dem SWR deutlich, wie eng beide Fragen zusammenhängen:
Wie kann ein Standort attraktiver gemacht werden? Wie können Energiekosten gesenkt werden – das sind nicht nur ökologische, sondern ganz klar auch wirtschaftliche Aspekte.
Thomas Usländer, Projektleiter der KI-Challenge, Fraunhofer IOSB
Hitze-Hotspots werden sichtbar
Wer gezielt begrünen oder entsiegeln will, muss wissen, wo der Bedarf am größten ist. Die Projektidee UrbanMind soll Satelliten-, Drohnen- und kommunale Geodaten auswerten, um Grünflächen, versiegelte Böden und Hitzeinseln zu kartieren und die Ergebnisse in Karten und Handlungsempfehlungen übersetzen. Ziel ist eine Grundlage, die sich in kommunale Planungsprozesse einbinden lässt.
Planung vor dem ersten Spatenstich
Energienetze, Erzeugungsanlagen und Speicher werden für viele Jahre geplant. Die Projektidee E-Infra Planning soll Daten zu Erzeugung, Verbrauch und Netzen zusammenführen und verschiedene Ausbau- und Sanierungsszenarien mithilfe von KI und einem digitalen Zwilling bewertbar machen. So könnten Kommunen, Netzbetreiber und weitere Beteiligte die Folgen ihrer Planungen früher erkennen und Entscheidungen auf einer gemeinsamen Datengrundlage treffen.
Was am Ende zählt
Vier Themen – und eine gemeinsame Aufgabe: Daten so aufzubereiten, dass Menschen bessere Entscheidungen über Klimaanpassung und Infrastruktur treffen können.
Vier Projektideen – und ein gemeinsamer Ausgangspunkt: Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen haben konkrete regionale Herausforderungen bearbeitet. Was das Community Management Region Stuttgart zu solchen Vorhaben bewegt, beschreibt Samira Djidjeh aus der Region Stuttgart:
Durch KI-gestützte Werkzeuge können Kommunen auch auf Extremwetterereignisse schneller reagieren und Anpassungsstrategien flexibel adaptieren. Wir unterstützen daher den Einsatz von KI als Hebel für kommunale Klimaresilienz und die Erreichung der gesetzten Klimaziele, insbesondere in kleinen und mittleren Gemeinden, die auf begrenzte Ressourcen angewiesen sind.
Samira Djidjeh, Community Manager Region Stuttgart, KI-Allianz Baden-Württemberg
#BaumLuft, N-GE Twin, UrbanMind und E-Infra Planning sind bislang Projektideen. Ob daraus konkrete Anwendungen werden, entscheidet sich bei der weiteren Ausarbeitung mit Partnern vor Ort.
Die KI-Allianz hat mit der KI-Challenge dafür, basierend auf echten Bedarfen, die Menschen und Ansätze zusammengebracht.
KI-Challenge Partner-Netzwerk Region Stuttgart
Die KI-Challenge der KI-Allianz Baden-Württemberg wird in der Region Stuttgart von dem Community Management der KI-Allianz Baden-Württemberg und dem Fraunhofer IOSB in enger Zusammenarbeit mit unseren regionalen Netzwerk-Partnern veranstaltet.
Zusammen bringen wir unsere Region mit nachhaltigen KI-Lösungen voran und stärken das regionale KI-Ökosystem. Nutzen Sie die Chance und machen auch Sie mit. Werden Sie Teil unserer Community!